Junges Gefieder
14. Juli 2011 | Autor: Viola Brandt
Für die Greifvogelstation Hellenthal habe ich Jungvögel aus deren Aufzucht fotografiert. Das Beobachten der Kleinen hat am meisten Spaß gemacht. Die ganz Kleinen sind noch recht unbeholfen und haben nichts ausser Fressen im Sinn. Die etwas Älteren dagegen erkunden neugierig ihr Umfeld und machen Bruder oder Schwester schon mal deutlich, wer das Sagen hat.

Jung-Uhus (© Foto: Viola Brandt)
Obwohl einige Tiere es erst einige Wochen alt waren, ließ sich an den Fängen schon erahnen, zu welch imposanter Größe die Kleinen heranwachsen werden.

Gewaltig sind die Fänge eines 3 Monate alten Uhus (© Foto: Viola Brandt)
Bei den jungen Kaiseradlern ist der Schnabel ebenfalls nicht gerade klein und zierlich. Auch hier zeichnet sich schon ab, das sie ausgewachsen eine stattliche Größe annehmen werden. Über den Nachwuchs der Kaiseradler sind die Hellenthaler Falkner aus der Eifel besonders stolz. Bereits zum zweiten Mal ist ihnen die Nachzucht der seltenen spanischen Kaiseradler gelungen.

Junger Kaiseradler der Greifvogelstation Hellenthal (© Foto: Viola Brandt)
Mehr Informationen zur Greifvogelstation Hellenthal gibt es auf deren Homepage: www.greifvogelstation-hellenthal.de
Startrails
9. Juli 2011 | Autor: Viola Brandt
Namibias Nachthimmel gehört zu den saubersten und sternenreichsten weltweit. Wer den Sternenhimmel über Namibia in einer klaren Nacht erlebt hat, weiß warum viele Sternegucker es dort hinzieht. Die Milchstraße leuchtet sehr hell und auch Sternengilde wie das Kreuz des Südens funkeln beeindruckend. Für mich immer wieder atemberaubend schön!
Die gezeigte Aufnahme ist aus 100 Einzelbildern entstanden, die zu einem Foto zusammengesetzt wurden. Zu analogen Zeiten erzielte man solche Lichtspurenaufnahmen mit einer Langzeitbelichtung. Digitale Kameras stoßen bei extrem langen Belichtungszeiten an Grenzen, die sich jedoch in der digitalen Dunkelkammer überschreiten lassen.
P.S. Dagmar, herzlichen Dank für Deinen Software-Tipp.

Startrails am Namibischen Nachthimmel (© Foto: Viola Brandt)
Wunderbares Ostdeutschland
6. Juli 2011 | Autor: Viola Brandt
Die östliche Region Deutschlands ist für Naturverliebte und Vogelfans gleichermaßen ein Eldorado. Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern sind sehr dünn besiedelt und strotzen voller Natur. Insbesondere die vielen Seen und die Osteeküste Mecklenburg-Vorpommerns bieten vielen Wasservögeln ideale Lebensräume und Brutgebiete.

Seeadler im Anflug auf die Beute (© Foto: Viola Brandt)
Außer den Wasservögeln sind auch östliche verbreitete Arten wie die Sperbergrasmücke reichlich vorhanden. Für ziehende und überwinternde Vögel sind diese Regionen ebenfalls wichtige Anlaufpunkte und somit für den Vogelbeobachter zu jeder Jahreszeit eine Reise wert. Die spektakulären Rastbestände der Kraniche in der Rügen-Bock-Region sind nur ein Beispiel für den vorhandenen Vogelreichtum. Für Greifvögel-Fans bietet der Osten Deutschlands einige Besonderheiten: See-, Fisch- und Schreiadler, Schwarz- und Rotmilan sowie Rohrweihe.

Rotmilan (© Foto: Viola Brandt)
Endlich trocken und Sonnenschein
23. Juni 2011 | Autor: Viola Brandt
Nachdem es die letzten Tage sehr viel geregnet hatte, riss gestern Abend nach einem Gewitter der Himmel auf. Ich wartet nicht lange, schnappte die Kamera und zog los. Das Licht war fantastisch. Nach dem ich eine Weile eine Goldammer beobachtet und fotografiert habe, fand ich einen Turmfalken. Genauer gesagt eine Turmfalkin. Sie saß auf der Wiese und ich dachte zunächst, sie hätte Beute gemacht. Dem war aber nicht so. Mir blieb nur ein kurzer Augenblick, bis sie aufflog und sich auf einem nahe gelegenen Ansitzplatz nieder ließ. Dort verharrte die Dame sehr ausdauernd. Ich mit ihr, bis die Sonne am Horizont verschwunden war und das Licht sich nach und nach verabschiedete.

Turmfalken-Weibchen in den Niederkasseler Feldern (© Foto: Viola Brandt)
Nur ein Spatz …
16. Juni 2011 | Autor: Viola Brandt
Diese Äußerung höre ich des öfteren, wenn ein Spatz entdeckt wurde. Warum die Beschränkung “nur” gemacht wird, ist mir ehrlich gesagt unklar. Vielleicht liegt es daran, weil der Haussperling (Passer domesticus) einer der bekanntesten Vögel ist. Schließlich kennt ihn jedes Kind. Dabei ist es gar nicht so gewöhnlich, einen Hausspatzen vor der Tür zu haben. In den vergangenen Jahren sind im Westen Mitteleuropas die Bestände stark zurückgegangen, weswegen der Spatz auf die Vorwarnliste bedrohter Arten aufgenommen und im Jahr 2002 sogar zum Vogel des Jahres gewählt wurde.
Warum es der Spatz schwer hat

Weizen-Frühstück - die Lieblingsspeise der Haussperlinge (© Foto: Viola Brandt)
Der Haussperling ernährt sich überwiegend von Sämereien wie Weizen, Hafer und Gerste. Doch durch den Einsatz moderner Erntemaschinen, verbleibt nach der Ernte weniger Nahrung für die Vögel auf den Feldern. Beim Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft wird insbesondere der Nachwuchs getroffen. Denn tierische Nahrung (vor allem Raupen) sind für die Nestlinge wichtige Nahrung. Sind aufgrund der Insektenbekämpfung zu wenig Raupen vorhanden, fehlt es an Nahrung für die Jungtiere. Und, werden von den Alttieren vergiftete Raupen verfüttert, kann das für den Nachwuchs tödlich ausgehen.
Ein weiteres Handycap für die liebenswerten Spatzen ist, dass immer weniger Gebäude Nischen oder Hohlräume aufweisen, die von den Tieren als Brut- und Schlafplatz genutzt werden können. Umso erfreulicher ist, dass der Spatz bei der diesjährigen, bundesweiten Zählung der Aktion “Stunde der Gartenvögel” mit knapp 144.000 Exemplaren den 1. Platz belegt hat. Ob der Bestandzuwachs von 10% gegenüber dem Vorjahr eine Trendwende des zuvor von Jahr zu Jahr abgenommenen Haussperlings handelt, bleibt in den nächsten Jahren abzuwarten.
Ich bin jedenfalls froh, dass die Spatzen jährlich unter unserem Dach brüten und ich mich am geschäftigen Treiben sowie den lautstark rufenden Jungtieren regelmäßig erfreuen kann.

Wacklige Angelegenheit für das Hausspatzen-Weibchen (©Foto: Viola Brandt)
Neuntöter – endlich erwischt
12. Juni 2011 | Autor: Viola Brandt
Die Neuntöter haben sich im Naturschutzgebiet Wahner Heide in diesem Jahr bisher nicht besonders zahlreich gezeigt. Ich habe mehrere Tage nach ihnen gesucht, um sie zu fotografieren. Zwei Paare konnte ich insgesamt ausmachen, aber leider waren sie für ein brauchbares Foto viel zu weit weg und haben sich auch nur kurz gezeigt. Heute morgen ist es mir endlich gelungen, ein Männchen und Weibchen in halbwegs vernünftiger Reichweite zu fotografieren. Es sind zwar keine Portraits, aber die Darstellung in ihrem Lebensraum finde ich auch recht nett.

Neuntöter-Männchen in der Wahner Heide (© Foto: Viola Brandt)
Der Neuntöter (Lanius collurio) gehört zu den Langstreckenziehern und überwintert im südlichen Teil Afrikas. Sie treffen im Mai zum Brüten bei uns ein und ziehen im August zurück in ihr Winterquartier.

Braut des Neuntöters (© Foto: Viola Brandt)
Gehasst und doch edel
11. Juni 2011 | Autor: Viola Brandt
Während ich auf den einen oder anderen Vogel – mal wieder länger – wartete, fielen mir die im Gegenlicht leuchtenden Brennnesseln auf. Ich war von der Schönheit dieser eher gehassten Pflanze sehr angetan. Die meisten unter uns haben eher eine Abneigung gegen Brennnesseln: Sie wuchern vor sich hin, sehen nicht sehr attraktiv aus und bei Hautkontakt kennt jeder den brennenden und unangenehmen Effekt. Ich fluche auch regelmäßig, wenn ich mich beim Fotografieren auf Bodennähe bewege und mal wieder reinlange.
Dabei ist sie wichtiger Lebensraum für viele Tiere. Einige unserer heimischen Schmetterlingsarten wie dem Tagpfauenauge oder Landkärtchen dient die Brennnessel als Futterpflanze und viele Vogelarten schätzen diese Pflanze als Unterschlupf. Über Jahrhunderte wurde die Brennnessel (Urticaceae) als Heilpflanze genutzt. Brennnessel-Tee ist ja recht bekannt, doch neulich habe ich im Bioladen ein Brennnessel-Pesto entdeckt und kann es absolut weiterempfehlen. Das war lecker! Es gibt sogar einen Brauch, am 1. Januar Brennnesselkuchen zu essen, um sich ein gutes Jahr zu sichern. Das probiere ich zum nächsten Jahreswechsel mal aus. Verdient hat es diese sehr nützliche und fotogene Pflanze auf jeden Fall.

Brennnessel in ihrer schönsten Vollendung (Foto: Viola Brandt)
Kanadagänse: Erfolglose Brut in Niederkassel
10. Juni 2011 | Autor: Viola Brandt
Ich habe im nahe gelegenen Naturschutzgebiet an der Siegmündung über Wochen ein Kanadagans-Pärchen beobachtet, dass sich als Brutplatz ein schlichtes Fischerboot ausgesucht hat. Nach meinen Schätzungen hätten die Küken bald schlüpfen müssen, so dass ich zur Endphase der Brutzeit täglich die Kanadagans “besucht” habe. Nach dem ich das Nest an zwei Tagen ohne Muttertier vorgefunden habe, hat sich in den kommenden Tagen meine Befürchtung leider bestätigt: Die Brut wurde aufgegeben.

Ungewöhnlicher Brutplatz der Kanadagans (Foto: Viola Brandt)
Grund für die Aufgabe können entweder Störungen am Nest oder unbefruchtete Eier gewesen sein. Einige Trampelpfade an der Uferböschung weisen zumindest darauf hin, dass jede Menge Zwei- (und vermutlich auch Vierbeiner) sich der Brutstelle genähert haben. Das Fischerboot mit dem Nest liegt nahe am Ufer, dass von einem recht frequentierten Spazierweg gut einsehbar und (leider) gut zugänglich ist. Ich hoffe sehr, dass die Brut nicht aufgrund Störungen durch den Menschen und/oder seinem (im Naturschutzgebiet nicht angeleinten) vierbeinigen Weggefährten aufgegeben wurde.

Aufgegebenes Nest der Kanadagänse (Foto:Viola Brandt)
NABU – Naturfoto des Monats Juni 2011
6. Juni 2011 | Autor: Viola Brandt
Erneut hat der NABU Deutschland ein Foto von mir zum Naturfoto des Monats ausgewählt. Das NABU-Naturfoto Juni 2011 mit dem Titel “Ist die Luft rein?” zeigt einen Fasan (Phasianus colchicus), den ich vor einigen Wochen vor meiner Haustür fotografieren konnte. Es ist eines meiner Lieblingsfotos dieses Frühlings. Mehr Informationen unter: www.NABU.de

NABU-Naturfoto des Monats: Juni 2011 (Foto: Viola Brandt)
