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Endlich trocken und Sonnenschein

Juni 23, 2011

Nachdem es die letzten Tage sehr viel geregnet hatte, riss gestern Abend nach einem Gewitter der Himmel auf. Ich wartet nicht lange, schnappte die Kamera und zog los. Das Licht war fantastisch. Nach dem ich eine Weile eine Goldammer beobachtet und fotografiert habe, fand ich einen Turmfalken. Genauer gesagt eine Turmfalkin. Sie saß auf der Wiese und ich dachte zunächst, sie hätte Beute gemacht. Dem war aber nicht so. Mir blieb nur ein kurzer Augenblick, bis sie aufflog und sich auf einem nahe gelegenen Ansitzplatz nieder ließ. Dort verharrte die Dame sehr ausdauernd. Ich mit ihr, bis die Sonne am Horizont verschwunden war und das Licht sich nach und nach verabschiedete.

Turmfalken-Weibchen in den Niederkasseler Feldern (© Foto: Viola Brandt)



Nur ein Spatz …

Juni 16, 2011

Diese Äußerung höre ich des öfteren, wenn ein Spatz entdeckt wurde. Warum die Beschränkung “nur” gemacht wird, ist mir ehrlich gesagt unklar. Vielleicht liegt es daran, weil der Haussperling (Passer domesticus) einer der bekanntesten Vögel ist. Schließlich kennt ihn jedes Kind. Dabei ist es gar nicht so gewöhnlich, einen Hausspatzen vor der Tür zu haben. In den vergangenen Jahren sind im Westen Mitteleuropas die Bestände stark zurückgegangen, weswegen der Spatz auf die Vorwarnliste bedrohter Arten aufgenommen und im Jahr 2002 sogar zum Vogel des Jahres gewählt wurde.

Warum es der Spatz schwer hat

Weizen-Frühstück - die Lieblingsspeise der Haussperlinge (© Foto: Viola Brandt)

Der Haussperling ernährt sich überwiegend von Sämereien wie Weizen, Hafer und Gerste. Doch durch den Einsatz moderner Erntemaschinen, verbleibt nach der Ernte weniger Nahrung für die Vögel auf den Feldern. Beim Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft wird insbesondere der Nachwuchs getroffen. Denn tierische Nahrung (vor allem Raupen) sind für die Nestlinge wichtige Nahrung. Sind aufgrund der Insektenbekämpfung zu wenig Raupen vorhanden, fehlt es an Nahrung für die Jungtiere. Und, werden von den Alttieren vergiftete Raupen verfüttert, kann das für den Nachwuchs tödlich ausgehen.

Ein weiteres Handycap für die liebenswerten Spatzen ist, dass immer weniger Gebäude Nischen oder Hohlräume aufweisen, die von den Tieren als Brut- und Schlafplatz genutzt werden können. Umso erfreulicher ist, dass der Spatz bei der diesjährigen, bundesweiten Zählung der Aktion “Stunde der Gartenvögel” mit knapp 144.000 Exemplaren den 1. Platz belegt hat. Ob der Bestandzuwachs von 10% gegenüber dem Vorjahr eine Trendwende des zuvor von Jahr zu Jahr abgenommenen Haussperlings handelt, bleibt in den nächsten Jahren abzuwarten.

Ich bin jedenfalls froh, dass die Spatzen jährlich unter unserem Dach brüten und ich mich am geschäftigen Treiben sowie den lautstark rufenden Jungtieren regelmäßig erfreuen kann.

Wacklige Angelegenheit für das Hausspatzen-Weibchen (©Foto: Viola Brandt)



Auf Ökostrom wechseln und Wolf-Projekt unterstützen

Juni 13, 2011

Wer noch nicht 100% Strom aus Erneuerbaren Energien bezieht, hilft mit einem Wechsel zur Naturstrom AG jetzt gleich mehrfach. Ich habe ein privates Spendenprojekt initiiert, dessen Erlös dem NABU-Projekt “Willkommen Wolf” zugute kommt, und freue mich über eine rege Beteiligung.

Wer mitmacht, tut in zweierlei Hinsicht Gutes: Erstens, die dauerhafte Wiederansiedlung der Wölfe in Deutschland zu sichern und Zweitens, schnellstens den Ausstieg aus der Atomkraft sowie eine baldige und zukunftsfähige Energiewende in Deutschland zu unterstützen.

Für mehr Informationen zu meiner Spenden-Aktion einfach dem nachstehenden Button “Jetzt mithelfen” folgen.



Neuntöter – endlich erwischt

Juni 12, 2011

Die Neuntöter haben sich im Naturschutzgebiet Wahner Heide in diesem Jahr bisher nicht besonders zahlreich gezeigt. Ich habe mehrere Tage nach ihnen gesucht, um sie zu fotografieren. Zwei Paare konnte ich insgesamt ausmachen, aber leider waren sie für ein brauchbares Foto viel zu weit weg und haben sich auch nur kurz gezeigt. Heute morgen ist es mir endlich gelungen, ein Männchen und Weibchen in halbwegs vernünftiger Reichweite zu fotografieren. Es sind zwar keine Portraits, aber die Darstellung in ihrem Lebensraum finde ich auch recht nett.

Neuntöter-Männchen in der Wahner Heide (© Foto: Viola Brandt)

Der Neuntöter (Lanius collurio) gehört zu den Langstreckenziehern und überwintert im südlichen Teil Afrikas. Sie treffen im Mai zum Brüten bei uns ein und ziehen im August zurück in ihr Winterquartier.

Und hier die Braut des Neuntöters (© Foto: Viola Brandt)

Braut des Neuntöters (© Foto: Viola Brandt)



Gehasst und doch edel

Juni 11, 2011

Während ich auf den einen oder anderen Vogel – mal wieder länger – wartete, fielen mir die im Gegenlicht leuchtenden Brennnesseln auf. Ich war von der Schönheit dieser eher gehassten Pflanze sehr angetan. Die meisten unter uns haben eher eine Abneigung gegen Brennnesseln: Sie wuchern vor sich hin, sehen nicht sehr attraktiv aus und bei Hautkontakt kennt jeder den brennenden und unangenehmen Effekt. Ich fluche auch regelmäßig, wenn ich mich beim Fotografieren auf Bodennähe bewege und mal wieder reinlange.

Dabei ist sie wichtiger Lebensraum für viele Tiere. Einige unserer heimischen Schmetterlingsarten wie dem Tagpfauenauge oder Landkärtchen dient die Brennnessel als Futterpflanze und viele Vogelarten schätzen diese Pflanze als Unterschlupf. Über Jahrhunderte wurde die Brennnessel (Urticaceae) als Heilpflanze genutzt. Brennnessel-Tee ist ja recht bekannt, doch neulich habe ich im Bioladen ein Brennnessel-Pesto entdeckt und kann es absolut weiterempfehlen. Das war lecker! Es gibt sogar einen Brauch, am 1. Januar Brennnesselkuchen zu essen, um sich ein gutes Jahr zu sichern. Das probiere ich zum nächsten Jahreswechsel mal aus. Verdient hat es diese sehr nützliche und fotogene Pflanze auf jeden Fall.

Brennnessel in ihrer schönsten Vollendung (Foto: Viola Brandt)



Kanadagänse: Erfolglose Brut in Niederkassel

Juni 10, 2011

Ich habe im nahe gelegenen Naturschutzgebiet an der Siegmündung über Wochen ein Kanadagans-Pärchen beobachtet, dass sich als Brutplatz ein schlichtes Fischerboot ausgesucht hat. Nach meinen Schätzungen hätten die Küken bald schlüpfen müssen, so dass ich zur Endphase der Brutzeit täglich die Kanadagans “besucht” habe. Nach dem ich das Nest an zwei Tagen ohne Muttertier vorgefunden habe, hat sich in den kommenden Tagen meine Befürchtung leider bestätigt: Die Brut wurde aufgegeben.

Ungewöhnlicher Brutplatz der Kanadagans (Foto: Viola Brandt)

Grund für die Aufgabe können entweder Störungen am Nest oder unbefruchtete Eier gewesen sein. Einige Trampelpfade an der Uferböschung weisen zumindest darauf hin, dass jede Menge Zwei- (und vermutlich auch Vierbeiner) sich der Brutstelle genähert haben. Das Fischerboot mit dem Nest liegt nahe am Ufer, dass von einem recht frequentierten Spazierweg gut einsehbar und (leider) gut zugänglich ist. Ich hoffe sehr, dass die Brut nicht aufgrund Störungen durch den Menschen und/oder seinem (im Naturschutzgebiet nicht angeleinten) vierbeinigen Weggefährten aufgegeben wurde.

Aufgegebenes Nest der Kanadagänse (Foto:Viola Brandt)



NABU – Naturfoto des Monats Juni 2011

Juni 6, 2011

Erneut hat der NABU Deutschland ein Foto von mir zum Naturfoto des Monats ausgewählt. Das NABU-Naturfoto Juni 2011 mit dem Titel “Ist die Luft rein?” zeigt einen Fasan (Phasianus colchicus), den ich vor einigen Wochen vor meiner Haustür fotografieren konnte. Es ist eines meiner Lieblingsfotos dieses Frühlings. Mehr Informationen unter: www.NABU.de

NABU-Naturfoto des Monats: Juni 2011 (Foto: Viola Brandt)



Morgenstund hat Gold im Mund

Juni 2, 2011

Heute Morgen bin ich um 5:30 Uhr los, um in der Wahner Heide Neuntöter zu suchen. In den Feldern vor der Haustür traf ich diesen Graureiher an. Obwohl ich schon spät dran war und keine Zeit verlieren wollte, habe ich diesem fantastischen Licht und den goldenen Farben nicht widerstehen können. Der Graureiher verharrte einen kurzen Moment in der bei Gefahr lauernden, typischen Starre, bevor er sich sicherheitshalber doch zum Auffliegen entschied.

Graureiher kurz nach Sonnenaufgang in den Feldern um Niederkassel (Foto: Viola Brandt)



Hungrige Schnäbel

Juni 1, 2011

Wer aufmerksam und mit offenen Augen durch die Natur geht, wird zur Zeit viele Jungvögel bzw. Elterntiere bei der Futtersuche entdecken. Neben Spatzen, Amseln und Meisen gibt es auch bei den Misteldrosseln bereits Nachwuchs. Und, um diesen groß und satt zu bekommen müssen Mama & Papa ordentlich Nahrung sammeln.

Misteldrossel bei der Fütterung ihres Nachwuchses (© Foto: Viola Brandt)