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Lob dem Wetterfrosch

Mai 31, 2011

Ich möchte den Wetterfröschen (gemeint sind die Meteorologen) mal ein Kompliment für ihre Wettervorhersagen aussprechen. Der heutige Tag zeigt, wie präzise Wettervorhersage sein können. Zum Sonnenaufgang wurde trockenes Wetter prognostiziert – ab 8 Uhr zeigte das Stunden-Diagramm jedoch Regen, der den ganzen Tag anhalten sollte.

Schwarzkehlchen (Weibchen) mit Beute

Ich entschied mich daher am Vorabend zum Sonnenaufgang aufzubrechen und so lange zu fotografieren, bis der Regen kommt. Regen an sich stört mich beim Fotografieren nicht (ganz im Gegenteil), aber das schwindende Licht ist für lange Brennweiten und sehr agile Vögel nicht gerade die beste Voraussetzung für scharfe Bilder.

Um kurz vor 5 Uhr ging mein Wecker. Der Himmel war bedeckt, aber es war trocken. Ich genoss einen schönen Sonnenaufgang, denn die Wolkendecke machte im richtigen Moment Platz für den aufsteigenden, roten Feuerball. Danach zog es sich schnell zu und es wurde aufgrund eines leichten Windes recht kühl. Meine anvisierten Schwarzkehlchen störte das nicht, sie waren im Gegensatz zu anderen Arten sehr aktiv und präsentierten sich mit fetter Beute.

Schwarzkehlchen (Männchen) mit einem reichhaltigen Frühstück

Um kurz nach 8 Uhr setzte dann der angekündigte Regen ein. Sehr präziese! Außer dass mein Fotorucksack (die Regenhülle lag im Auto) langsam aber sicher durchweichte, störten mich und den Schwarzkehlchen der Regen nicht. Sie zeigten sich weiter auf den unterschiedlichsten Sitzwarten und riefen sich munter zu. Nach einer Stunde entschied ich mich abzubrechen, da die hohen ISO-Werte und zusätzlich sehr langen Verschlusszeiten für eine gute Bildqualität grenzwertig wurden.



Artenreicher Frühling

Mai 30, 2011

Die Vogelwelt ist zu dieser Jahreszeit einfach fantastisch. Die Sommervögel sind bei uns weitestgehend eingetroffen, da gibt es für Vogelinteressierte viel zu beobachten und zu hören.

Ein Goldammermännchen markiert mit ausdauerndem Gesang sein Revier. Oder sucht er noch eine Partnerin?

Auf meiner gestrigen Tour in der Wahner Heide habe ich mich besonders an der Goldammer, dem Schwarzkehlchen und dem Trauerschnäpper erfreut. Die ersten Schwarzkehlchen-Jungen sind schon mit ihren Eltern unterwegs, während ich die Trauerschnäpper beim Füttern des Nachwuchses beobachten konnte.

Nisthilfe für den Trauschnäpper - mit erfreulichem Bruterfolg.

Die Wahner Heide gehört zum artenreichsten Naturschutzgebeit Nordrhein-Westfalens. 120 Vogelarten wurden in den letzten 20 Jahren festgestellt, die in der Wahner Heide brüten bzw. brutverdächtig sind. Seit 2001 wird dieses Gebiet als EU-Vogelschutzgebiet und FFH-Gebiet ausgewiesen. Nach der aktuellen Roten Liste kommen in der Wahner Heide regelmäßig 43 Arten vor. Darunter sind vom Aussterben bedrohte Vogelarten wie der Gartenrotschwanz (Vogel des Jahres 2011), Grauspecht, Kuckuck, Pirol, Turteltaube, Wendehals und Ziegenmelker.

Ein Viertel des Schwarzkehlchen-Bestandes in NRW brütet in der Wahner Heide

(Quelle zu den Bestandsangaben: “Die Brutvögel der Wahner Heide”; Kartierergemeinschaft Wahner Heide, Arbeitsgemeinschaft der Nordrhein-Westfälischen Ornithologengesellschaft (NWO))



Eine wahrhaftige Diva

Mai 23, 2011

Vor einigen Tagen hatte ich Glück und konnte den Abend mit einer Wasseramsel verbringen. Ist sie nicht hübsch? Besonders adrett finde ich ihre weißen Augenlieder. Eine richtige Diva (auch wenn es vermutlich ein Männchen ist). Neben den hellen Augenliedern, die beim Blinzeln deutlich zu sehen sind, ist die weiße Kehle und ihr häufiges Knicksen auffällig. Beim längeren Beobachten wippt man schon regelrecht mit. ;-)

Sind die weißen Augenlieder der Wasseramsel nicht adrett?

Die Wasseramsel (Cinclus cinclus) gehört zu den wenigen Singvögel, die tauchen und schwimmen können. Sie fühlt sich entlang schnellfließender Gewässer mit sehr guter Wasserqualität wohl. Ihre Nahrung besteht überwiegend aus Wasserinsekten, die sie tauchend oder von einer Sitzwarte aus erbeutet. Aus der stehenden Position lugt sie mit dem Kopf ins Wasser und sucht den Untergrund nach Beute ab. Beim Tauchen dienen die sehr kurzen Flügel der Fortbewegung.

Wasseramsel bei der Nahrungssuche

Typische Sitzwarte der Wasseramsel

Die meisten Wasseramseln sind Standvögel. Nur wenn die Nahrungsgewässer zufrieren, wandern sie ab. Bei „meinem“ Exemplar hoffe ich, dass sich noch ein Partner dazu gesellt und für Nachwuchs gesorgt wird.